Ich lese gerade ein empfehlenswertes Buch

„Wer dem Glück hinterher rennt, läuft daran vorbei“ – von Russ Harris – München: Kösel Verlag, 2009 – 317 S. – ISBN: 978-3-466-30820-0 – 19,95 €

Der Kerngedanke: Denken kontrollieren geht schlecht!

Dass wir negative Gedanken haben ist ganz normal und ist unser evolutionäres Erbe, das uns das Überleben sichert. Ein Experiment dazu:

Versuchen Sie eine Kindheitserinnerung zu löschen. Probieren Sie es jetzt aus. Denken Sie einfach nicht mehr daran. Klappt es?
Oder versuchen Sie jetzt eine negative Erinnerung „umzudenken“, das Negative zu löschen. Klappt dieses oder haben Sie das Gefühl Sie betrügen sich selbst?
Noch ein Beweis dafür: Je positiver eine Aussage gemacht wird, umso mehr drängt es uns, die Kehrseite automatisch mitzudenken.
Hinter der Aussage _“Ich bin ein Mensch“_ können Sie sicherlich unumwunden stehen. Das löst keine Widersprüche aus. Wie geht es Ihnen mit der so oft empfohlenen Aussage, um sich gut zu fühlen _“Ich bin ein wundervoller, wertvoller, kompletter Mensch“_? Kommen auch Ihnen hier (berechtigte) Zweifel? Übrigens geht das auch umgekehrt: _“Ich bin einfach durch und durch ein Stück Scheiße“_ zwingt uns fast automatisch zum Widerspruch.

Gedanken sind einfach Geschichen mit mehr oder weniger Wahrheitsgehalt

Der Autor plädiert dafür, nicht den Versuch zu unternehmen Gedanken und innere Bilder abzustellen. Er plädiert dafür, unsere Geschichten entspannt als das zu nehmen, was sie sind. Als manchmal gute und manchmal schlechte Geschichten, mit denen wir uns nicht eng verbinden müssen, wenn es uns nicht gut tut. Stattdessen empfiehlt er, im Sinne der Dinge zu handeln, die für uns wertvoll sind.
Grundlage ist der verhaltenstherapeutische Ansatz der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (kurz ACT), deren Wirksamkeit in vielen Studien bestätigt worden ist.

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